Von Melissa Klotz

„„Renate, mach das!“ oder Kein Blatt vor’m Mund“ ist der zweite Teil der biographischen Buchreihe von Renate Hartmann. Dieser erschien selbstveröffentlicht durch den Kopie-Service im August 2019 in Stadthagen und beschäftigt sich mit den wahren Erlebnissen im Leben der jungen Erwachsenen Renate und allen Menschen die darin eine Rolle gespielt haben, ihrer Familie, Freunden und ihrer großen Liebe. Ein Buch geprägt von großer Zuneigung zu ihren Mitmenschen, Freundschaft und Humor, sowie auch ernsten und traurigen Passagen aus Renates Leben.

Die Biographie beginnt in den 1950er Jahren mit der damals noch 15-jährigen Renate Hartmann. Sie erzählt in jedem Kapitel von einem anderen Geschehen in ihrem Leben, oft sehr lustig, mal sehr ernst. Alle Kapitel enden mit einem oder mehreren Gedichten, die voll humoristischer Stilmittel sind, aber am Ende immer ein denkanstoßendes Fazit hinterlassen. Die Geschichten, die mit jedem Kapitel eine in sich geschlossene Handlung bilden, erzählen meist von Ausflügen, welche außerhalb ihrer Heimatstadt Stadthagen stattfinden. Während man ihr Buch liest, reist man mit ihr nach Italien und Hannover, in ein Bordell, ins Walsertal und an noch viele andere Orte. Der Leser lernt ihre Familie kennen und lacht über die Missgeschicke, die während ihrer Hochzeit und Hochzeitsreise passieren sowie während ihrer Kurzeit oder ihrem Skiausflug – eigentlich stecken Hartmanns Leben und ihre Geschichten voller lustiger Missgeschicke. Allerdings lernt man auch Hartmanns andere Seite vom Leben kennen. Die ernsthafte und harte Seite, die das Leben als Halbwaise in der Nachkriegszeit so mit sich bringt, aber auch verursacht durch die inneren wie äußeren Konflikte durch ein spätes Studium als Mutter.

Hartmanns Buch ist eine Ansammlung größtenteils lustiger Anekdoten, Metaphern und unglaublich detailreicher Beschreibungen, wodurch man sich natürlich gut in die Situation hineinversetzen kann, die allerdings auf die Dauer des Buches auch etwas ermüdend wirken können. Es gibt viele Anspielungen auf den ersten Teil „Renate, lass das!“, dennoch muss man den Debütroman der Reihe nicht gelesen haben, um den zweiten Teil zu verstehen. Ab und zu wird man kurz verwirrt von dem Wechsel der Ich-Erzählerin in die dritte Person, dies könnte man aber auch unter künstlerischer Freiheit einordnen.

Wer auf einen spannenden und fantasievollen Abenteuerroman hofft, wird mit Hartmanns Werk sicher enttäuscht werden, denn diese Art Buch ist es nun mal nicht. Wer aber einen kurzen Moment durch die Augen einer Frau sehen will, die das Leben in vollen Zügen genossen hat, die über sich selbst lachen kann und nun ohne Reue auf ihr Leben zurückblickt, der wird wahrhaft zufrieden sein mit der Biographie und Hartmanns persönlichem Tagesmotto „Am Ende des Tages ist nur wichtig, dass es auch schöne Momente gab, die mich lächeln ließen.“.

Das Buch gibt es unter anderem bei den Schaumburger Nachrichten zum Preis von 11,50 Euro zu erwerben.